WAS IST MITWELT?

Mitwelt beschreibt einen Wahrnehmungswandel: weg von der Vorstellung einer Umwelt als Objekt hin zu einem Beziehungsfeld, in dem Menschen, Räume, Materialien und Handlungen sich gegenseitig miteinander verbunden sind.

Mitwelt ist keine Theorie im klassischen Sinne, sondern eine künstlerische Haltung. Sie beschreibt eine Praxis, in der Kunst nicht außerhalb der Welt steht, sondern in ihr als aktiver Bestandteil von Beziehungen wirkt.

Im Zentrum von Mitwelt steht nicht Partizipation als Einbindung in vordefinierte Strukturen, sondern Kooperation als gemeinsame Produktion von Wissen, Form und Raum. Fachwissen ist nicht hierarchisch verteilt, sondern wird situationsbezogen aktiviert.

In diesem Verständnis sind Orte keine Kulissen für Kunst, sondern aktive Laborfelder. Der Tanzsaal in Berlin-Tegel ist ein solcher Ausgangspunkt: ein Raum, in dem Bewegung, Probe, Dialog und räumliche Intervention miteinander verwoben sind.

Mitwelt versteht Wissen nicht als stabile Einheit, sondern als situative Emergenz. Es entsteht im Zusammenspiel von Körpern, Materialien, Räumen und Diskurs.

Künstlerische Praxis im Kontext von Mitwelt ist nicht repräsentativ, sondern operativ. Sie schafft Bedingungen, unter denen neue Formen der Wahrnehmung und des Handelns möglich werden.

Mitwelt ist kein Zustand, sondern ein sich ständig wandelndes Geflecht von Beziehungen.

Mitwelt entsteht im Kontext vielfältiger Krisen: ökologischer, sozialer und urbaner Transformationen. Diese offenbaren die Grenzen einer Denkweise, die die Welt als äußere „Umwelt“ behandelt – als etwas, das beobachtet, genutzt oder geschützt werden muss, ohne

MANIFEST

Mitwelt ist kein Außen.

Mitwelt ist Beziehung.

Kunst ist keine Darstellung.

Sie ist eine Praxis, die Situationen erzeugt.

Orte sind keine Bühnen.

Sie sind aktive Felder.

Partizipation genügt nicht.

Kooperation ist notwendig.

Wissen ist nicht stabil.

Es entsteht im Handeln.

Mitwelt ist kein Zustand.

Sie ist ein Prozess.