Tanzsaal Tegel

Gruß aus Tegel, 1906, Post - Bahnhof, Gebäudekomplex mit Trapp’s Tanzsälen
Postkarte, nachkoloriert.

Tanzsaal Tegel

Der Tanzsaal in Berlin-Tegel ist der Ursprungsort des Kunstvereins Mitwelt. Es ist ein Raum zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Traum und Wirklichkeit, ein Feld der Resonanz und der Begegnung.

Als denkmalgeschützter ehemaliger Ballsaal aus dem Jahr 1901, eingebettet in ein Berliner Wohnhaus, trägt er Spuren wechselnder Nutzungen – vom Kino bis zum Supermarkt. Heute wird er neu konzipiert und als Kulturraum entwickelt. Der Tanzsaal bildet den architektonischen Rahmen für ein interdisziplinäres experimentelles Forschungsfeld. Hier werden Kunst, Bewegung und Bewusstsein als miteinander verbundene Dimensionen eines lebendigen Systems verstanden. Der Raum ist nicht statisch. Er reagiert, speichert und transformiert – durch Körper, durch Nutzung, durch Zeit.

Der Tanzsaal Tegel entwickelt sich zu einem offenen interdisziplinären Labor der Metamorphose: ein Ort für künstlerische Forschung, Tanz, Performance, Ausstellungen, Workshops, Residenzen und kollektive Formate. Ein Ort, an dem Wahrnehmung Gestalt annimmt, Gemeinschaft entsteht und Nachbarschaft durch gemeinsame Erfahrungen geprägt wird. Die Nachbarschaft bildet nicht den Rahmen für die Arbeit – sie ist Teil der Praxis.

Sie macht die Vergangenheit sichtbar und lotet gleichzeitig die Zukunft durch gegenwärtiges Handeln aus. Der Tanzsaal ist Teil eines städtischen Gefüges und ein Ort urbaner Praxis. Forschung, Feier und Wissen sind hier nicht voneinander getrennt, sondern miteinander verwoben und entstehen durch gemeinsame Prozesse.

THE VULKANLABOR

Die zentrale Arbeitsform ist das Vulkanlabor. Es versteht Kunst als Methode der Transformation. Der Tanzsaal ist als Lebensraum konzipiert, in dem Körper, Materialien, Architektur sowie ökologische und soziale Prozesse miteinander interagieren. Prozesse verlaufen nicht linear, sondern im Fluss – im Sinne von „panta rhei“.

Das Labor ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein offener Zustand ständiger Transformation. Das kuratorische Konzept entsteht aus der Praxis des Ortes. Es vereint bildende Kunst, Tanz, Performance, Klang, Architektur und ökologische Fragestellungen in einem gemeinsamen Arbeitsfeld. Kuratieren bedeutet hier nicht Auswahl und Präsentation, sondern die Schaffung von Bedingungen: für Wahrnehmung, Bewegung, Begegnung und Transformation.

Interdisziplinarität. Die Verbindung verschiedener Disziplinen ist kein additives Prinzip, sondern eine Arbeitsmethode. Kunst, Bewegung, Klang, Architektur und ökologische Fragestellungen werden nicht nebeneinander gestellt, sondern in gemeinsamen Prozessen miteinander verwoben. Der Tanzsaal fungiert als Resonanzraum, in dem sich Prozesse verdichten, verschieben und neu konfigurieren.